Montag, 3. Januar 2011

One Chance One Mistake

Gestern habe ich das Sunday Million Warm Up auf Stars gespielt.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, die nächsten paar Wochen nur Bankrollbuilding zu betreiben. Aber HeineGoethe hat mich überredet mindestens ein Major pro Woche mitzunehmen, um die Chance zu haben, die Bankroll auf ein nächstes Level zu pushen. Recht hat er.

Jedenfalls spiele ich 6 Stunden lang gutes, agressives Poker und baue meinen Stack auf 330k bei 350k AV auf. Nur noch 145 Leute im Turnier.
Dann kommt die entscheidene Hand, ich raise A2s im cutoff auf 26,500 (blinds 4k/8k) und bekomme ein 3bet vom Bigstack aus dem Small Blind. Er hat mich paar Hände vorher in einem anderen Spot auch ge-3bettet. Da ich ihn diesmal kein Credit mehr gebe und ihn auf ein Restealraise setze in dem Spot (Resteal aus dem SB versus Cutoff Raise= Standard), entscheide ich mich die Hand pre zu shoven. Er snappt dann natürlich mit AQ und ich bin raus.

Ich war und bin immer noch unglücklich über die Hand.

Ich hätte die Hand
1) pre nur callen sollen, um ihn Postflop auszuspielen, was die Sache aber schwer gemacht hätte, weil ein KT6 board mit Fdraw gekommen ist. Aber so wäre ich noch im Turnier.
2) folden sollen, weil A2s nur eine marginale Hand ist und nicht mehr als den Zweck einer Stealhand erfüllt. Hätte ich mehr Stack zu dem Zeitpunkt, wäre natürlich ein 4bet re-resteal angebracht, aber aufgrund meiner Stacksize kam dieser Move nicht in Frage, weil ich ansonsten nach einem 4bet-fold einen crippled Stack hinterlassen hätte.

 Ich kann es drehen und wenden, wie ich will. Fakt war, dass der Move letztendlich unnötig war und ich es hätte besser machen können. Aber es ist vorbei. Vielleicht das nächste Mal.

Immerhin habe ich 850Dollar gecasht und gehe mir jetzt ein Eis kaufen.

Edit: Nachtrag: Habe eben nochmal über die Hand nachgedacht. Der 4Bet Shove war an sich ein guter Move, und es war natürlich auch Pech dabei, dass der Gegner in dem Spot eine Hand hält. In vielen Fällen ist es genau in diesem Spot ein Resteal vom Gegner, den man mit Reagression für sich entscheiden kann.
Und man kann sagen, dass dieser Move meiner agressiven Spielweise entsprochen hat, welches mich bis dahin durch das Turnier geführt hat.
Jedoch hatte ich in dieser Phase meinen Spielstil auf konservativ heruntergefahren, wobei ich viele Hände preflop gefolded habe. Und dementsprechend hätte die Hand auch folden können.

1 Kommentar:

  1. jo cox,
    4bet-shove wäre vlt oop vertretbarer, in pos call wäre letzlich besser denk ich...
    diese aggro-spielweise ist auch ein tanz auf der rasierklinge. wenn man es schafft, so zu variieren, dass man auch post-flop-spiel reinbringt, gerade in pos, und nicht nur mit 3- und 4-bets antwortet, dann ist das sicher die gute mischung. aber sicher darf man sich nicht an den nachteilen eines stils aufhängen, wenn man davor von den vorteilen profitiert.
    die herausforderung ist die, zu variieren... im grunde für jede situation den richtigen ansatz zu finden. aber wenn man stirbt, dann mit pauken und trompeten und dann auf in den nächsten kampf...

    in diesem sinne find ich dein edit ganz gut!


    H.G.

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